Tipps und Infos rund um den Klimaschutz

Vorwort

Der Klimaschutz ist kein einfaches Thema. Er ist nicht nur eine globale Aufgabe, sondern auch eine große Herausforderung für jeden Einzelnen von uns.

Die Meisten von uns wollen etwas für unsere Umwelt tun. Und wir alle sollten es. Aber wenn wir ehrlich sind, möchten wir doch, dass das möglichst keine Umstände macht und nichts kostet. Noch besser wäre natürlich, wenn es nicht nur nichts kosten würde, sondern am Ende noch etwas dabei heraus käme. Warum aber erwarten wir das überhaupt? Verdienen Sie zum Beispiel mit Ihrer derzeitigen Heizung Geld? Oder rechnen Sie damit, wenn Sie diese erneuern müssen, am Ende dafür noch „Geld heraus zu bekommen“? Schön wär`s, oder?

Aber nicht nur darüber sollten wir uns Gedanken machen. Wir sind abhängig von Gaslieferanten wie Russland oder von Öllieferanten wie Saudi Arabien und damit auch von den Mengen, die überhaupt noch abgebaut werden können. Und gerade jetzt spüren wir sehr deutlich die Auswirkungen dieser Abhängigkeit.

Sicher, für uns wird es noch reichen. Aber es wird Zeit, auch an die nachfolgenden Generationen zu denken. Der Profit, den wir gerne mit Klimaschutzmaßnahmen erwirtschaften würden, muss ja nicht unbedingt ein finanzieller sein. Stellen wir JETZT die Weichen in eine nachhaltige Zukunft, profitieren unsere Kinder und alle weiteren Generationen davon. Sie können sauberer und damit gesünder, aber auch sicherer und unabhängiger leben. Das ist doch Motivation genug, sich über den Klimaschutz mehr Gedanken zu machen, denken Sie nicht?

Für Alle, die die letzte Frage mit „nein“ beantwortet haben (und für alle Übrigen sowieso), gibt es aber auch Förderungen für einige Maßnahmen von Bund und Ländern. Hier ist es wichtig, diese erst zu beantragen und erst dann mit dem Projekt zu beginnen, wenn Sie den Zuwendungsbescheid erhalten haben. Berücksichtigen Sie bei der Ermittlung der wirtschaftlichen Rentabilität, dass diese Klimaschutzmaßnahmen von vielen Faktoren abhängen können, wie z. B. der Gebäudehülle, dem Heizkörper oder dem Stromverbrauch. Daher können bezüglich der Wirtschaftlichkeit nicht immer eindeutige Aussagen getroffen werden und die Rentabilität der Maßnahme muss für jeden Einzelfall geprüft werden.

Dabei unterstütze ich Sie gerne. Mein Name ist Michael Sniegowski, ich bin der Klimaschutzmanager unserer Gemeinde. Während der allgemeinen Öffnungszeiten stehe ich Ihnen gerne für Fragen oder Anregungen unter 02352/9383-44 telefonisch zur Verfügung. Oder schreiben Sie mir eine E-Mail an m.sniegowski@nachrodt-wiblingwerde.de.

Über erneuerbare Energien, Heizungsaustausch und Wärmedämmung können Sie sich ebenfalls bei den Energielotsen der Verbraucherzentrale NRW informieren:

Energielotse NRW | Verbraucherzentrale NRW

Die Verbraucherzentrale bietet auch günstige Energieberatungen an. Eine Übersicht über das Beratungsangebot finden sie hier:

Energieberatung zu Hause | Verbraucherzentrale NRW

Ebenso bietet die Verbraucherzentrale kostenlose Online-Seminare an:

Online-Seminare | Verbraucherzentrale NRW

Die NRW.Energy4Climate bietet auf ihrer Homepage ein Förder-Navi an welches einen aktuellen Überblick über Förderungen des Bundes und des Landes NRW für Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinnützige Organisationen und Kommunen gibt:

Förder-Navi (energy4climate.nrw)

Für Privathaushalte bieten sich viele Möglichkeiten, um im Bereich Klimaschutz eine Menge zu bewegen. Hier stelle ich Ihnen einige vor:

LED-Leuchtmittel

Eine der einfachsten und kostengünstigsten Möglichkeiten, etwas für die Umwelt zu tun. Und, was (fast) noch schöner ist: ein Austausch wird sich bei den meisten auszutauschenden Leuchtmitteln schnell rentieren, denn LED arbeiten deutlich effizienter als herkömmliche Leuchtmittel.

Überprüfen Sie beim geplanten Austausch der Leuchtmittel, wie hell der Raum tatsächlich ausgeleuchtet werden soll. Probieren Sie möglichst unterschiedliche Wattzahlen aus, denn auch LED mit sehr geringen Wattzahlen können einen Raum gut ausleuchten.

Um die vorgeschriebenen Lichtwerte (in Lux) am Arbeitsplatz einzuhalten und eine Überbeleuchtung zu vermeiden, bietet sich eine Messung mit einem Luxmeter an; hier reicht ein günstiges Messgerät völlig aus, die Anschaffung eines professionellen Quantum Meters ist nicht nötig), denn nicht nur die Lichtstärke des Leuchtmittels ist für die Stärke der Ausleuchtung verantwortlich, sondern auch der Abstand des Leuchtmittels zur zu beleuchtenden Fläche. Um die Effizienz unterschiedlicher Leuchtmittel vergleichen zu können bietet sich die Berechnung der Lichtausbeute an. Diese wird wie folgt berechnet:

Lichtausbeute = Lumen : Watt

Hier gilt: Je höher der Wert desto effizienter ist die Lampe.

Auch wenn es keine Förderung für den Austausch von Leuchtmitteln gibt, rentiert es sich dennoch, seine Leuchtstoffröhren, Quecksilberdampflampen/Energiesparlampen und Glühbirnen durch effiziente LED (mit möglichst niedriger Leistung in Watt) zu ersetzen.

Heizungsaustausch und Heizungsoptimierung

Der Austausch eines alten, ineffizienten Heizsystems durch ein effizienteres senkt den Energieverbrauch. In Anbetracht stetig steigender Gas- und Ölpreise lohnt es sich in der Regel, den Austausch etwas früher als ursprünglich geplant durchzuführen. Erdgasheizungen werden sich in den allermeisten Fällen (auf 20 Jahre bezogen) kaum noch wirtschaftlich rechnen. Prüfen Sie daher bei einem Heizungsaustausch die Möglichkeit einer Versorgung mit erneuerbaren Energien. Die Optimierung und richtige Einstellung des Heizsystems ist in jedem Fall zu empfehlen, da die möglichen Kosteneinsparungen in einem sehr guten Verhältnis zu den hierfür benötigten Ausgaben stehen.

Die Richtlinien zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) schreiben unter anderem eine Fachplanung und Baubegleitung vor. Diese Beratungsleistungen werden ebenfalls durch das BEG gefördert (zu 50%) und helfen, Baufehler zu vermeiden.

Mögliche Förderung: 

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Progres.nrw - Klimaschutztechnik

beg_em_foerderuebersicht.pdf (bafa.de)

NRW-Landesprogramm progres.nrw − Klimaschutztechnik Übersicht

Infoblatt zu den förderfähigen Kosten (bafa.de)

MBl. NRW. Ausgabe 2021 Nr. 20 vom 30.7.2021 Seite 493 bis 524 | RECHT.NRW.DE Förderrichtlinie

BAFA - Förderprogramm im Überblick

 

Photovoltaik

Eine Photovoltaik-Anlage kann sich recht schnell rentieren, wenn Sie den erzeugten Strom selbst verbrauchen. Die Einspeisevergütung für Solarstrom ist im Moment leider noch zu gering, um ein Einspeisen des Stroms wirtschaftlich rechtfertigen zu können.

Für die Errichtung von Photovoltaikanlagen (bzw. für die gesamte Erneuerbare-Energien-Anlage) gibt es eine Förderung über das BEG (WG/NWG): Bei Wohngebäuden (Neu- und Anbau) ist nur der Effizienzhaus-40-Standard sowie der 40-plus-Standard förderfähig. Hierbei gibt es für alle förderfähigen Kosten (hierzu zählt auch die Erneuerbare-Energien-Anlage) eine Förderung.

Bei der energetischen Sanierung des Gebäudes (hierzu zählt ebenfalls die Erneuerbare-Energien-Anlage) gibt es für das Erreichen der Effizienzhausstandards ebenfalls Förderungen (s. Richtlinien).

Richtlinien für Nicht-Wohnegebäude: _RiLi_BEG-NWG_

Richtlinien für Wohngebäude: _RiLi_BEG-WG_

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG):

beg_em_foerderuebersicht.pdf (bafa.de)

Infoblatt zu den förderfähigen Kosten (bafa.de)

Für neu errichtete oder neu zu errichtende PV-Anlagen gibt es eine Förderung über das Programm progres.nrw für die zum effizienten Eigenverbrauch notwendigen Batteriespeicher in Höhe von: 100€ pro kWh Bruttospeicherkapazität (der Speicher darf hierbei maximal das Dreifache an kWh wie die PV-Anlage kWp an Speicherkapazität haben à 4kWp PV-Anlage à maximale Speicherkapazität des Speichers: 12 kWh)

Progres.nrw - Klimaschutztechnik:

NRW-Landesprogramm progres.nrw − Klimaschutztechnik  Übersicht

MBl. NRW. Ausgabe 2021 Nr. 20 vom 30.7.2021 Seite 493 bis 524 | RECHT.NRW.DE Förderrichtlinie

Es gibt auch einen Kredit mit 20% Tilgungszuschuss bei der NRW.Bank. Der Zins liegt hierbei für 10 Jahre bei 0% (es bietet sich daher an, den Kredit innerhalb von 10 Jahren abzubezahlen). Den Kredit mit Zuschuss gibt es nicht nur für Photovoltaik sondern für alle Maßnahmen an Wohngebäuden, die dem Klimaschutz dienen, die Energieeffizienz des Gebäudes erhöhen und weitere.

NRW.BANK: Eigentumsförderung - Modernisierung (energy4climate.nrw)

Achten Sie bei der Installation einer PV-Anlage darauf, dass am Dach für die nächsten 20 Jahre keine Sanierungsarbeiten anstehen.Ist eine Dachsanierung in naher Zukunft absehbar, bietet sich damit eine gute Möglichkeit, die Installation einer PV-Anlage mit einzuplanen.

Das Errichten der Photovoltaik-Anlage sollte in jedem Fall von einem Fachunternehmen durchgeführt werden.

Die Situation für Photovoltaik in der Gemeinde ist insgesamt sehr gut. Viele Gebäude sind nach Süden ausgerichtet und auf der Südseite funktionieren PV-Anlagen besonders effizient. Die installierbaren Leistungen und den etwaigen Ertrag der PV-Anlage kann man sich in dem Solarkataster ansehen. Hier müssen Sie lediglich Ihre Adresse eintragen und auf das entsprechende Haus klicken.

PV auf Mehrfamilienhäusern:

Auch für Mieter und Vermieter gibt es rentable Angebote wie z.B. Mieterstrom, Allgemeinstromversorgung oder Verpachtung der Dachfläche für Einzelanlagen. Dachflächen können auch an Unternehmen vermietet werden.

Auch Balkon-Photovoltaikanlagen können sich schnell rentieren, wenn man sie so auslegt, dass sie den Grundverbrauch von Kühlschrank und anderen Geräten decken.

PV-Betriebskonzepte-Mehrfamilienhaus-Leitfaden-Glossar-Energieagentur-Regio-Freiburg.pdf

Energieatlas NRW (Solarkataster)

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/energie/erneuerbare-energien/photovoltaik-was-bei-der-planung-einer-solaranlage-wichtig-ist-5574

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/energie/erneuerbare-energien/photovoltaik-woran-sie-beim-thema-steuern-denken-sollten-65532

Wärmepumpen

Um den gespeicherten Solarstrom auch zum Heizen nutzbar machen zu können, bietet sich eine Inverter (elektrische) -Wärmepumpe an. Die Verbraucherzentrale hat eine Checkliste zur Planung einer Wärmepumpe zusammengestellt.  (Checkliste Wärmepumpe der Verbraucherzentrale).

Die größte Effizienz erreicht eine Wärmepumpe, wenn die Vorlauftemperaturen möglichst gering sind (oder die Wärmequelle möglichst heiß ist). Prüfen Sie bei der Umrüstung auf eine Wärmepumpe auch,  ob eine Fußboden oder Wandheizung Sinn macht.  Von Außenluft-Wärmepumpen rate ich ab. Diese sind zwar verhältnismäßig kostengünstig, dafür aber nicht sehr effizient und zudem noch anfällig für kältebedingte Schäden. Erdwärmesonden- oder Grundwasser-Wärmepumpen haben die größte Effizienz. Inverter-Wärmepumpen in Kombination mit einem Batteriespeicher funktionieren deutlich effizienter als herkömmliche Wärmepumpen.

Wärmepumpen können auch in Kombination mit Biomasse oder auch mit Erdgas betrieben werden und so den Brennstoffverbrauch deutlich reduzieren. Dies ist jedoch keine langfristige Lösung, denn zum einen ist Erdgas nicht nachhaltig und klimaneutral, zum anderen wird es in absehbarer Zeit nicht mehr rentabel sein. Auch Biomasse ist häufig weder nachhaltig noch klimaneutral.

Bei der Verwendung einer elektrischen (Inverter-) Wärmepumpe sollte man ebenfalls Photovoltaik und einen Batteriespeicher einplanen, denn Strom ist (noch) deutlich teurer als Gas. Außerdem rentiert sich der Umstieg von z.B. Gas auf eine elektrische Wärmepumpe nur, wenn der benötigte Strom auch zu einem großen Teil selbst produziert wird. Das System aus Photovoltaik, Batteriespeicher und einer Erdwärmesonden- bzw. Grundwasser-Wärmepumpe kann - wenn es richtig dimensioniert wurde - den kompletten Energiebedarf eines Gebäudes decken. Damit wären Sie unabhängig von den großen Energieversorgern und zumindest schwankende Energiepreise könnten Sie „kalt lassen“.

Achten Sie bei der Wärmepumpe bitte unbedingt darauf, dass keine FCKW und HFKW als Kältemittel benutzt werden (bei Klimaanlagen, Kühlschränken usw. – bestenfalls - auch nicht). Beide Kältemittel sind mehrere 1000-mal klimaschädlicher als CO2 (denken Sie an den „Treibhaus-Effekt“)! Alternative,  klimafreundliche Kältemittel sind z. B. CO2 oder Ammoniak. Die Voraussetzungen für Geothermie sind innerhalb unseres Gemeindegebietes größtenteils gegeben. Prüfen Sie hier, ob dies auch für Ihr Grundstück zutrifft.

Förderung und mögliche Fördermittel:

Für die Errichtung von Wärmepumpen (bzw. für die gesamte erneuerbare-Energien-Anlage) gibt es eine Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) (WG):

Bei Wohngebäuden (Neu- und Anbau) ist nur der Effizienzhaus-40-Standard sowie der 40-plus-Standard förderfähig. Hier gibt es auf alle förderfähigen Kosten (hierzu zählt auch die Erneuerbare-Energien-Anlage) eine Förderung von:

Für Nicht-Wohngebäude gibt es ebenfalls eine Förderung für die gesamte Erneuerbare-Energien-Anlage über das BEG (NWG). Hierbei ist nur die Effizienzhausstufe 40, 40 EE oder 40 NH förderfähig.

EE steht in diesem Fall für erneuerbare Energien und NH für Nachhaltigkeit. Die NH-Klasse ist für alle Förderungen über das BEG (WG/NWG) verpflichtend und wird in Form eines Qualitätssigels „Nachhaltiges Gebäude“ ausgestellt.

BEG (WG/NWG):

Für die energetische Sanierung des Gebäudes (hierzu zählt auch die Erneuerbare-Energien-Anlage) gibt es für das Erreichen der Effizienzhausstandards Förderungen (siehe Richtlinie).

Richtlinie für Nicht-Wohngebäude

Richtlinie für Wohngebäude

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Progres.nrw - Klimaschutztechnik

beg_em_foerderuebersicht.pdf (bafa.de)

NRW-Landesprogramm progres.nrw − Klimaschutztechnik Übersicht

Infoblatt zu den förderfähigen Kosten (bafa.de)

MBl. NRW. Ausgabe 2021 Nr. 20 vom 30.7.2021 Seite 493 bis 524 | RECHT.NRW.DE Förderrichtlinie

BAFA - Förderprogramm im Überblick

Weitere Infos finden Sie bei der Verbraucherzentrale.

Was genau macht die Wärmepumpe eigentlich so effizient?

Wärmepumpen entziehen der Umgebung Wärme und geben diese über die Raumheizung an das Gebäude ab. Als Wärmequellen dienen zum Beispiel das Erdreich, Grund-und- Abwasser, Luft und Abluft sowie Abwärme.

Allgemein gilt: Wenn die Temperatur innen geringer ist als die Temperatur außen, so muss laut dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik Energie hinzugefügt werden, damit sich Wärme nach außen bewegt. Daher benötigen Wärmepumpen auch Energie, um betrieben werden zu können.  Dies geschieht meist in Form von elektrischem Strom, aber auch ein Verbrennungsmotor kann benutzt werden. Die Wärme, welche ich von meinem Wärmereservoir abführen möchte, wird also nicht von selbst in Richtung des zu beheizenden Raumes fließen, da das Wärmereservoir im Regelfall eine niedrigere Temperatur aufweist als der zu beheizende Raum.

Um die Effizienz einer Wärmepumpe zu verstehen muss man sich zunächst vor Augen führen, dass eine Wärmepumpe Energie braucht (in unserem Beispielfall in Form von elektrischem Strom) um betrieben werden zu können und dass dieser Strom Geld kostet.

Man kann hierzu zunächst eine Gleichung aufstellen wie:

Formel Wärmepumpe 1

„Was ich will“ ist in diesem Fall die dem Gebäude zugeführte Wärme Qh und "Was ich zahle" ist die benötigte Energie, was in unserem Fall die zu leistende Arbeit sei (da wir für dieses Beispiel eine Kompressionswärmepumpe benutzen). Die dem Gebäude zugeführte Wärme Qn setzt sich aus der, der Wärmequelle entzogenen Wärme Qk und der von dem Kompressor verrichteten Arbeit zusammen:

Qh = Qk + W

Setzen wir dies nun in die Gleichung vom Anfang ein so erhalten wir:

Formel Wärmepumpe 2

Wenn man nun auf beiden Seiten der Bruchstrichs durch Qk teil so erhält man:

Formel Wärmepumpe 3

Anhand der Gleichung kann man gut erkennen, dass wir für unsere Effizienz nur Werte größer oder gleich 1 erhalten können, da der Wert unter dem Bruchstrich immer kleiner als der Teil oberhalb des Bruchstrichs sein wird. Was heißt, dass ich immer mehr Energie in Form von Wärme rausbekomme als ich in Form von Arbeit investieren musste.

Warum ist die Wärmepumpe der Elektroheizung immer überlegen?

…und warum ist selbst die (alte) Gasheizung der Elektroheizung überlegen?

Um diese Fragen beantworten zu können ist es notwendig die Begriffe der Primärenergie sowie der Sekundärenergie zu erläutern. Unter Primärenergie versteht man die Energie, welche mit den ursprünglichen Energieträgern wie zum Beispiel Erdöl, Kernbrennstäbe, Kohle, Erdgas und so weiter zur Verfügung steht. Die Primärenergie setzt sich aus der Sekundärenergie (also dem was wir aus der Steckdose bekommen) und den Anlagenverlusten zusammen. Die Summe dieser wird dann mit dem fp-Wert multipliziert, welcher die Verluste angibt, die bei der Bereitstellung des Energieträgers zum Beispiel durch Förderung, Transport, Raffination etc. entstehen. Der fp-Wert für erneuerbare Energieträger liegt bei 1,0 (wenn man etwas mit 1 multipliziert bleibt der Wert gleich) und für Kohle und Erdgas bei 1,1 (obwohl Kohle deutlich klimaschädlicher ist als Erdgas; aber die fp-Werte sind auch nur grobe Richtwerte).

Formel Wärmepumpe 4

Da fast die Hälfte des in Deutschland gewonnenen Stroms aus der Verbrennung von Kohlen gewonnen wird ist jede verbrauchte Kilowattstunde mit nicht unerheblichen Umweltbelastungen verbunden.

Jede verwendete Kilowattstunde setzt etwa 646 g CO2- Äquivalente sowie 866 mg SO2-Äquivalente frei und verbraucht 2,65 kWh der nicht erneuerbaren Primärenergieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas. Der Energieeinsatz in der Umwandlungskette von Brennstoffen zu elektrischen Strom stellt ein Problem dar, denn in Deutschland muss etwa die dreifache Menge Primärenergie aufgebracht werden als man am Ende der Umwandlungskette nutzen kann. Für 1 kWh aus der Steckdose sind fast 3 kWh Primärenergie nötig und von diesen 3 kWh sind 2,65 kWh nicht erneuerbare Brennstoffe!

Im Gegensatz hierzu sind die Leistungsverluste einer Erdgasleitung vernachlässigbar gering sind und da die Effizienz beim Heizen mit einem Brennwertkessel bei 85-95% liegt, liegt also auf der Hand, dass selbst die alte Gasheizung klimafreundlicher ist als eine (netzbetriebene) Elektroheizung.

Es gibt im Großen und Ganzen drei Möglichkeiten um eine deutliche Entlastung der Umwelt durch den Betrieb von elektrischen Wärmepumpen zu bewirken: Entweder man verwendet eine Wärmepumpe deren Jahresarbeitszahl deutlich über 3,0 liegt (was die Außenluft als potentielle Wärmequelle schon mal wegfallen lässt) oder man produziert den benötigten Strom durch beispielsweise Photovoltaik (+ Speicher) selbst. Die dritte Möglichkeit wäre eine radikale Wende in der Art und Weise wie in Deutschland Strom erzeugt wird (kein Gas/Kohle/Kernkraftwerke, sondern ausschließlich erneuerbare Energien).

Wärmequellen:

Erdwärme (Geothermie) [16]:

Bei der Nutzung der Erdwärme als Wärmequelle der Wärmepumpe wird die im Erdreich gespeicherte Wärme für den Betrieb der Wärmepumpe abgeführt. Je geringer die Tiefe der Wärmequelle desto stärker ist der Einfluss jahreszeitlicher Temperaturschwankungen des Erdreichs. Ab einer Tiefe von 15 m herrschen jedoch relativ konstante Temperaturen welche für den Effizienten Betrieb einer Wärmepumpe von Nöten sind.

Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten die Erdwärme für die Wärmepumpe nutzbar zu machen und zwar Erdwärmekollektoren sowie Erdwärmesonden.

Bei Erdwärmekollektoren wird mit einem waagerechten relativ oberflächennahen Rohrsystem gearbeitet durch das eine frostfeste Flüssigkeit zirkuliert welches ähnlich wie eine Fußbodenheizung verlegt wird.

Erdwärmesonden bestehen im Wesentlichen aus einem senkrechten, im Boden befindlichen Rohr durch welches ebenfalls eine frostfeste Flüssigkeit zirkuliert. Erdwärmeprojekte in größeren Tiefen liefern deutlich mehr Wärme als Oberflächennahe Projekte (ab 3 km Bodentiefe herrscht beispielsweise eine Temperatur von etwa 100 °C. Daher kann die Tiefen Geothermie auch zur Beheizung ganzer Ortschaften beziehungsweise zu Stromerzeugung benutzt werden (mehr hierzu unter dem Reiter „Wärmenetze“).

Allerdings können Erdwärmesonden und Kollektoren bei einer Bodentiefe um die 15m auch zur passiven Kühlung des Gebäudes benutzt werden, da die Bodentemperatur in diesen Tiefen etwa um die 15 °C schwankt. Hierfür müsste man nur beispielsweise den Kompressor einer Wärmepumpe ausschalten und die frostfeste Flüssigkeit würde nun beim Zirkulieren durch das Rohrsystem das Heizwasser kühlen.

Grundwasser [17]:

Die Temperaturen des Grundwassers liegen das ganze Jahr über relativ konstant bei etwa 10 °C, was dem effizienten Betrieb einer Wärmepumpe sehr zuträglich ist. Bei Grundwassersystemen wird das Grundwasser durch einen Förderbrunnen zu der Wärmepumpe gepumpt wo diese dem Grundwasser einen Teil der Wärme entzieht. Im Anschluss daran wird das Wasser welchem im vorherigen Schritt die Wärme entzogen wurde über einen Schluckbrunnen zurück in das Grundwasserreservoir geleitet. Eine Wärmepumpe welche Grundwasser als Wärmequelle benutzt eignet sich wie auch die Erdwärme-Wärmepumpe zur passiven Kühlung des Gebäudes.

Abwasser [18]:

 Die Abwassertemperatur unterliegt im Jahresverlauf erheblichen Schwankungen von etwa 10 bis 20 °C. Das Abwasser eignet sich dennoch sehr gut als Wärmequelle für eine Wärmepumpe da die Abwassertemperatur im Winter deutlich über der Außentemperatur liegt. Die Wärmepumpe entzieht dem Abwasser hierbei äquivalent zur Grundwasser Wärmepumpe die Wärme über einen Wärmetauscher.

Abluft [15]:

Abluftwärmepumpen nutzen die thermische Energie, welche die Raumluft durch die Beheizung mit Heizkörpern, durch von Glühbirnen abgestrahlte Wärme und Körperwärme aufnimmt für den Betrieb der Wärmepumpe. Für das System wird eine Belüftungsanlage benötigt, welches die warme Luft zu der Wärmepumpe leitet. Somit wird im Regelfall die sonst durch das Lüften verlorene Wärme recycelt.

 Außenluft [15]:

Außenluftsysteme nutzen die relativ stark übers Jahr schwankende Wärme der Außenluft um hiermit eine Wärmepumpe zu betreiben. Wichtig ist hierbei, dass die Außentemperatur höher liegt als der Siedepunkt des verwendeten Kühlmittels. Für die Nutzung der Außenluft als Wärmequelle stehen im Wesentlichen drei Systeme zur Verfügung:

Die außen aufgestellte Wärmepumpe befindet sich wie der Name schon sagt außerhalb des zu beheizenden Gebäudes. Eine unterirdische Leitung transportiert das erwärmte Heizungswasser hierbei zurück in das Gebäude.

Bei der innen aufgestellten Wärmepumpe muss im Gebäude ein Lufteinlass sowie ein Luftauslass installiert werden, sodass die warme Luft und die kalte Luft, welcher die Wärme durch die Wärmepumpe entzogen wurde hinausbefördert werden kann.

Die Splitwärmepumpe steht zu einem Teil in einem Heizraum im Inneren des Gebäudes während der andere Teil außerhalb des Gebäudes (zum Beispiel im Garten) steht. Die Funktion ist äquivalent zu den anderen Außenluftsystemen: Außen wird der Luft Wärme entzogen welche im Innenraum an das Heizungswasser abgegeben wird.

Alle Außenluftwärmepumpen haben eine relativ geringe Effizienz gemeinsam, da die Wärmequelle Luft übers Jahr relativ starken Schwankungen ausgesetzt ist was zur Folge hat, dass man insbesondere im Winter viel Energie investieren muss um die niedrigen Lufttemperaturen auf eine höhere Temperatur zu „pumpen“. Des Weiteren eignen sich Außenluft wie auch Abluft Systeme nicht zur passiven Kühlung des Gebäudes.

Kristallisationswärme [18]:

 Das Solar-Eisspeicher System ist im Allgemeinen eine im Erdboden befindliche und mit Wasser gefüllte Betonzisterne in deren inneren Leitungen verlegt sind in welchem ein frostfestes Kältemittel zirkuliert und dem Wasser Wärme entzieht. Das Wärmereservoir des Eisspeichers wird durch eine Solarthermie Anlage konstant wieder aufgeladen. Im Winter kann während des Gefrierprozesses des Wassers im Inneren zusätzlich noch die Kristallisationsenergie welche beim Wechsel des Aggregatzustands (von flüssig zu fest) frei wird genutzt werden.

Biomasse-Anlagen

Doch nicht nur Strom in Verbindung mit einer Wärmepumpe kann als erneuerbares Heizsystem genutzt werden – auch wenn diese wohl eine der nachhaltigsten Varianten ist.

Eine weitere Möglichkeit, die alte Ölheizung zu ersetzen, sind Biomasseanlagen, genauer gesagt Holzverbrennungsanlagen (noch besser ist es, die Biomasse-Anlage mit einer Wärmepumpe zu verbinden). Achten Sie unbedingt darauf, nur nachhaltig angebautes Holz zu verwenden! In der heutigen Forstwirtschaft ist dies zurzeit leider nur selten der Fall. Unser Wald regeneriert sich weltweit ungefähr genauso „gut“ wie die weltweiten Fischbestände. Also kaum bis gar nicht. Wir können also daran bereits jetzt sehen, wohin das Ganze sonst führt. Aus diesem Grund ist die Biomasse (=Holzhackschnitzel)-Anlage in den allermeisten Fällen auch nicht zu empfehlen. Viele entscheiden sich dennoch für eine solche Anlage, weil sie denken, dass dies die günstigste Lösung ist. Aber häufig ist diese teurer als eine Wärmepumpen-Anlage. Vergleichen Sie also die Angebote genau und bedenken Sie unbedingt die Folgekosten, mögliche Rohstoff-Knappheit usw..

Wenn Sie jedoch selbst Waldbesitzer sind und somit Kontrolle über den nachhaltigen Anbau Ihres Holzes haben, kann eine Biomasseheizung eine sehr schöne und nachhaltige Sache sein – vorausgesetzt Sie achten darauf, dass Sie aus Ihrem Waldgrundstück eines mit einem funktionierenden Bodenökosystem machen, damit dieses als Kohlenstoffsenke funktioniert. So wird zu jeder Zeit CO² durch Ihren Wald gebunden – auch wenn Sie Holz entnehmen und verfeuern.

Mögliche Fördermittel:

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Progres.nrw - Klimaschutztechnik

beg_em_foerderuebersicht.pdf (bafa.de)

NRW-Landesprogramm progres.nrw − Klimaschutztechnik Übersicht

Infoblatt zu den förderfähigen Kosten (bafa.de)

MBl. NRW. Ausgabe 2021 Nr. 20 vom 30.7.2021 Seite 493 bis 524 | RECHT.NRW.DE Förderrichtlinie

BAFA - Förderprogramm im Überblick

Auch hier hält die Verbraucherzentrale weitere Informationen für Sie bereit.

An- und Neubauten

Wer gut baut, muss nicht (zusätzlich) dämmen. Ein „modernes“ Haus sollte zusammen mit seiner Heizungsanlage ein System sein, das „wie ein Uhrwerk“ läuft. Alle Komponenten müssen also so aufeinander abgestimmt sein, dass ein gutes Gleichgewicht zwischen Wärmedurchgang, Wärmespeicherung und Feuchtigkeitsausgleich herrscht.

Überlegen Sie genau vor dem Hausbau: Wieviel Haus brauche ich wirklich?
Denn ein kleines Haus verursacht auch später weniger Kosten als ein großes, denn die gesamte Wohnfläche muss geheizt, gepflegt und instand gehalten werden.

Mehrfamilienhäuser sowie klassische Stadthäuser (unten Geschäft - oben Wohnungen) sind wirtschaftlich als auch energetisch effizienter als die meisten Einfamilienhäuser, da die Wohnungen aneinandergrenzen. So hat jeder Mieter auch Wandflächen, welche nicht nach außen hin abschließen – und diese Flächen verlieren deutlich weniger Wärme als Außenwandflächen. Aber natürlich kann man auch sehr effiziente Einfamilienhäuser bauen.

Wenn man sich vorstellen kann, seinen Strom bzw. seine Wärme mit seinem neuen Anbau oder Gebäude selbst zu erzeugen, so sollte man das Dach darauf auslegen, auch Photovoltaik-Anlagen tragen zu können. Hierbei kann es punktuell zu Belastungen von bis zu 200kg/m² kommen. Lassen Sie also in jedem Fall die Dachstatik prüfen.

Die (insbesondere beim modernen Hausbau) verwendeten Materialien sind zum Teil sehr belastend für Umwelt und Gesundheit und müssen gegebenenfalls irgendwann ausgetauscht werden. Materialien, die heute noch als unbedenklich gelten, könnten sich in einigen Jahren als schädlich herausstellen und müssten dann als Sondermüll entsorgt werden (denken Sie z. B. an Asbest). Beziehen Sie solche Überlegungen sicherheitshalber mit ein. Oder bauen Sie direkt mit nachwachsenden Rohstoffen. Auch wenn hierbei zunächst Mehrkosten anfallen, haben nachwachsende Rohstoffe schon jetzt deutliche Vorteile zu den Industrieprodukten bezüglich des Wohnkomforts, der Schadstoffbelastung und des Feuchtigkeitshalts – ganz abgesehen davon, dass Sie hier keine spätere Sondermüllentsorgung befürchten müssen. Im Regelfall können Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen auch einen deutlich dickeren, mineralischen Putz tragen. Dieser kommt ebenfalls ohne Pestizide aus und bietet aufgrund seiner Dicke auch einen wirksameren Schutz als herkömmlicher Putz vor Insekten und Vögeln, welche sich gerne mal in der Dämmung einnisten.

Mögliche Förderungen:

Es wird nur der An- und Neubau von Effizienzgebäuden gefördert.

Förderung: BEG (EM) und BEG (WG/NWG) à BEG (WG/NWG) ist momentan leider ausgesetzt.

BEG (NWG):                                 

  • Wird der Anbau als Effizienzgebäude 40 gebaut, erhält man 20% Förderung; wenn 55% der verbrauchten Energie selbst produziert werden sogar noch 2,5% extra.
  • Alle gebäudebezogenen Kosten sind förderfähig.

BEG (WG/NWG):

  • Für eine Förderung durch das BEG darf keine Förderung / Einspeisevergütung nach dem EEG in Anspruch genommen werden.
  • Die Förderung der stromerzeugenden EE-Anlage (Batteriespeicher zählt dazu) für das neue Effizienzgebäude wird am Eigenverbrauch des selbsterzeugten Stroms festgemacht.
    Bsp.: 40% des Stroms werden eingespeist (ohne Vergütung) und 60% werden verbraucht -> 60% Förderung für die EE-Anlage.

BEG:

Wärmedämmung

Eine zusätzliche Wärmedämmung rechnet sich insbesondere in Kombination mit Wärmepumpen, da die zusätzliche Dämmung dafür sorgt, dass die Heizung geringere Vorlauftemperaturen benötigt.

Achten Sie unbedingt bei der zusätzlichen Wärmedämmung bei Verwendung von Wärmedämmverbundsystemen auf eine fachgerechte und fehlerfreie Installation. Es können hierbei viele Fehler entstehen, welche später zwangsläufig zu Bauschäden führen werden.

Es empfiehlt sich, nachwachsende/natürliche Wärmedämmstoffe zu verwenden. Die Schadstoffbelastung und die Emissionen sind hier deutlich geringer. Insbesondere bei alten Gebäuden ist das Dämmen mit natürlichen Baustoffen klar im Vorteil, da es mit ähnlichen Materialien arbeitet und so keine neuen, extrem dichten Baustoffe in das System eingebracht werden.

Zusätzliche Wärmedämmung - insbesondere mit nachwachsenden Rohstoffen - wird sich zwar wahrscheinlich wirtschaftlich nicht rentieren. Dennoch ist die Verwendung nachwachsender Rohstoffe sehr zu empfehlen, da diese ohne bzw. mit deutlich weniger Pestiziden auskommen und, wie schon gesagt, einen dickeren (mineralischen) Putz tragen können als herkömmliche Dämmstoffe. Die verwendeten Pestizide waschen sich mit dem Regen aus dem Putz oder dem Dämmmaterial aus und gelangen so in die Gewässer. Daher sollte die Menge an verwendeten Pestiziden und/oder umweltgefährlichen Brandschutzmitteln unbedingt so gering wie möglich gehalten werden. Des Weiteren sind viele der nachwachsenden Dämmstoffe kapillaraktiv und beugen somit Feuchtigkeit in den Wänden vor.

Beim Kauf von Dämmstoffen ist wegen des Brandschutzes unbedingt auf das Ü-Zeichen zu achten.

Gebäude unter Denkmalschutz:

Steht Ihr Gebäude unter Denkmalschutz, sollten Sie die Möglichkeit einer Innenraumdämmung prüfen. Hierbei ist die Lehmbauweise sehr zu empfehlen. Lehm hat nicht nur hervorragende Dämmeigenschaften, sondern speichert Wärme – verglichen mit herkömmlichen Materialien - auch sehr gut, was z. B. besonders nach dem Lüften von Vorteil ist. Der Lehmbau birgt ein sehr großes Potenzial im Bausektor, da Lehm nicht nur nachhaltig ist, sondern in manchen Fällen auch Vorort herstellbar ist, wodurch Unternehmen das zu verbauende Material zumindest zum Teil selbst herstellen können.

Austausch von Fenstern:

Der Austausch von (alten/defekten) Fenstern kann sich ebenfalls sehr gut amortisieren. Besonders wichtig ist hierbei, keine Fenster einzusetzen, die besser als die Wand isoliert sind. Achten Sie hier besonders auf die „kalten Ecken“ an der Wand. Kondensiert nämlich Wasser an der Wand (und nicht am Fenster), wird hier über kurz oder lang Schimmel entstehen. Vermeiden Sie Aluminiumrahmen, da Aluminium recht gut Wärme leitet. Entscheiden Sie sich bei Wohngebäuden für Kunststoff- oder Holzrahmen.

Rollläden begrenzen übrigens wesentlich besser den Wärmeverlust des Fensters als Mehrfachverglasung. In der Nacht geht über das Fenster am meisten Wärme verloren, wohingegen das Fenster tagsüber sogar für Wärmeeintrag sorgen kann. Bei den Rollläden Kästen lohnt es sich, einen Motor einzubauen, da so kein Bauteil vom Kasten ins Innere des Gebäudes reicht und damit eine weitere Wärmebrücke entfällt. Bei Mehrfachverglasung sollte als Gasfüllung entweder Luft oder Argon verwendet werden. Von Krypton rate ich aus folgendem Grund ab:

Das Gas wird irgendwann entweichen (durch Beschädigung, Verwitterung der Dichtungen etc.). Der Hohlraum zischen den Scheiben füllt sich dann mit Luft. Bei mit Argon gefüllten Fenstern wird es zwar Einbußen bezüglich der Wärmedämmung geben. Diese fallen allerdings wesentlich geringer aus als bei mit Krypton gefüllten Fenstern, da die Scheiben hier einen fast gleich großen Abstand zueinander haben wie die mit Luft gefüllten Fenster.

Mögliche Förderung:

BEG EM:

Förderung: BEG -> 20%; Fachplanung und Baubegleitung (Voraussetzung für die Förderung) -> 50%

Fachplaner erstellt den iSFP und für den iSFP gibt es nochmals 5% extra für die ausgewählte Maßnahme.

beg_em_foerderuebersicht.pdf (bafa.de)

Infoblatt zu den förderfähigen Kosten (bafa.de)

BAFA - Förderprogramm im Überblick

BEG (WG):

Bei der energetischen Sanierung des Gebäudes (hierzu zählt auch die Erneuerbare-Energien-Anlage) gibt es für das Erreichen folgender Effizienzhausstandards folgende Förderungen:

– Effizienzhaus Denkmal: 25 %;

– Effizienzhaus 100: 27,5 %;

– Effizienzhaus 85: 30 %;

– Effizienzhaus 70: 35 %;

– Effizienzhaus 55: 40 %;

– Effizienzhaus 40: 45 %.

Für das Erreichen der EE-Klasse gibt es 5% extra Förderung; wurde durch einen Fachplaner ein individueller Sanierungsplan erstellt, gibt es nochmal 5% extra-Förderung.

BEG (NWG):

Bei der energetischen Sanierung des Gebäudes (hierzu zählt auch die Erneuerbare-Energien-Anlage) gibt es für das Erreichen folgender Effizienzhausstandards folgende Förderungen:

– Effizienzgebäude Denkmal: 25 %,

– Effizienzgebäude 100: 27,5 %,

– Effizienzgebäude 70: 35 %,

– Effizienzgebäude 55: 40 %,

– Effizienzgebäude 40: 45 %.

Für das Erreichen der EE-Klasse gibt es 5% extra Förderung, wurde durch einen Fachplaner ein individueller Sanierungsplan erstellt, gibt es nochmal 5% extra-Förderung.

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Informationen der Verbraucherzentrale gibt es auch zu diesem Thema.

Haushalts- und Elektrogeräte

In den folgenden Abschnitten möchte ich auf Haushaltgeräte im Allgemeinen sowie auf einige Elektrogeräte im Speziellen eingehen. Bei vielen Haushaltgeräten verbirgt sich ein sehr großes Einsparungspotenzial bei den durch diese Geräte verursachten Treibhausgasemissionen indem man das Gerät beispielsweise vom Strom trennt oder das Gerät wie vorgesehen verwendet (was nicht immer offensichtlich ist). Energiesparen durch eine Änderung des Benutzerverhaltens bedarf keiner Investition, weshalb sich konsequentes Energiesparen zuhause auch sehr schnell finanziell bemerkbar machen wird. Unterschiedliche Möglichkeiten seinen Strom- bzw. Energieverbrauch – auch durch Verhaltensänderungen – zu reduzieren finden Sie in zusammengefasster Form auf den folgenden Seiten.

Effizienzklassen:
  • A+++ ist die höchste Effizienzklasse, jedoch sollte man auch den Jahresenergieverbrauch der Geräte vergleichen, denn die Effizienzklasse vergleicht nur typgleiche Geräte (also keinen Gefrierschrank mit einer Gefriertruhe).
  • Viele Haushalts- und Elektrogeräte halten sehr lange es lohnt sich daher ein Energieeffizientes und gutes Gerät zu nehmen, denn über die lange Lebensdauer wird sich die Energieersparnis (und die längere Lebensdauer beim Kauf eines hochwertigen Produkts) auch finanziell bemerkbar machen.
Kühl- und Gefriergeräte:
  • Kühl und Gefriergeräte arbeiten effizienter in kühlen Räumen, es bietet sich daher an den Kühlschrank in die unbeheizten Räume (z.B Keller) zu stellen.
  • Lebensmittel sollte man erst abkühlen lassen, bevor man diese in den Kühlschrank stellt.
  • Die Türdichtungen des Kühlschranks sollte man regelmäßig überprüfen, da durch eine undichte Tür viel Wärme in den Kühlschrank eindringen kann.
  • Die Reifschicht im Kühlschrank sollte regelmäßig entfernt werden. Um einer Reifbildung entgegenzuwirken bietet es sich an seine Lebensmittel zu verpacken.
  • Die wärmeabstrahlende Seite des Kühlschranks sollte nicht direkt an die Wand gestellt werden.
  • Den Kühlschrank sollte man nicht neben den Herd stellen.
Herd und Ofen:
  • Entgegen der weitläufigen Meinung ist Kochen mit Gas weder effizient noch umweltfreundlich.
  • Beim Kochen mit einer offenen Gasflamme kocht man nicht nur den Inhalt des Topfes sondern auch alles um den Topf herum. Bei der Verbrennung von Erdgas entsteht Kohlenmonoxid, weshalb man nach der Benutzung eines Gasherdes auch Lüften sollte und durch das Verwenden einer offenen Flamme im Haus geht von einem Gasherd auch ein erhebliches Brandrisiko aus.
  • Induktionsherde sind deutlich effizienter, da diese nur den Inhalt des Topfes erhitzen wodurch sich das Brandrisiko auch deutlich verringert. Man sollte beim Kauf eines Induktionsherdes allerdings einen Herd wählen der nur geringe oder –besser- keine Leerlaufverluste aufweist.
  • Beim Kochen sollte ein Deckel auf den Topf.
  • Nutzen Sie bei modernen Elektrobacköfen die energieeffiziente Umluftfunktion
  • Zum Erhitzen von Wasser sollte man einen Wasserkochen verwenden.
Waschmaschine:
  • Auch bei 30-40°C wird durch die heutigen Waschmittel die Wäsche sauber.
  • Eine hohe Schleuderdrehzahl verringert die Trocknungsdauer.
  • Wäsche sollte man nach Möglichkeit im Freien z.B. auf dem Balkon trocknen. Im Raum sollte man seine Wäsche nicht trocknen, da man durch die großen Mengen an entstehender Luftfeuchtigkeit viel Lüften muss (dann doch lieber den Wäschetrockner aber bitte keinen, der mit Erdgas betrieben wird).
Spülmaschinen:
  • Spülmaschinen verbrauchen deutlich weniger Wasser, als wenn man sein Geschirr von Hand wäscht.
  • Das Geschirr sollte beim Benutzen einer Spülmaschine nicht vorgespült werden und die Maschine sollte nach Möglichkeit voll beladen werden.
Leerlaufverluste:
  • Viele Geräte verbrauchen auch noch Strom, wenn man diese – vermeintlich- ausgeschaltet hat. Die Ursachen für Leerlaufverluste sind vielfältig (Stand-by, Scheinaus, kein Auschschaltknopf).
  • Bei vielen kleineren Geräten bietet sich die Verwendung einer Steckerleiste an. Diese trennt, wenn gewünscht alle angeschlossenen Geräte von der Stromversorgung.
  • Bei Warmwasserspeichern etc. bietet sich die Installation eines Vorschaltgeräts mit Fernbedientaster an.
  • Um zu überprüfen welche Geräte auch im vermeintlich ausgeschalteten Zustand noch Strom verbrauchen bietet sich ein Energiekostenmessgerät an.
Elektrogeräte allgemein:
  • Bei der Auswahl neuer Elektro- bzw. Haushaltsgeräte sollte man zunächst überprüfen, welche Größe man hier tatsächlich benötigt. Ein Fernseher verbraucht z.B. pro cm Bildschirmdiagonale mehr Strom und ein kleiner Kühlschrank verbraucht allgemein natürlich weniger Strom als ein großer.
  • Aufgrund der Energieverluste beim Laden eines Akkus oder einer Batterie  sowie deren Entsorgungsproblematik, wählen Sie beim Kauf eines neuen Gerätes möglichst ein netzbetriebenes.
  • Insgesamt sind Akkus Batterien vorzuziehen.
  • Elektrische Lichtboxen mit LEDs und andere elektrische Wegwerfartikel sollten vermieden werden.
  • Manche batteriebetriebenen Geräte (z.B. Uhren) gibt es auch mechanisch, diese verbrauchen keinen Strom.
  • Altbatterien und Akkus müssen in den dafür vorgesehenen Sammelboxen entsorgt werden (alternativ beim Schadstoffmobil). Gelangen alte Batterien und Akkus in die Umwelt, werden sie auf kurz oder lang Schadstoffe freisetzen. Diese Schadstoffe enthalten häufig Schwermetalle und Schlimmeres, welche sich über die Nahrungskette anreichern (zunächst in Pflanzen und Bodenfauna und letztendlich in Nutztieren und Menschen). Da es sich bei Schwermetallen (und anderen Verbindungen wie z.B.  PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)) um Kumulationsgifte handelt, geht von diesen eine enorme (und meiner Meinung nach massiv unterschätzte) Gefahr aus, denn Kumulationsgifte führen in jedem Fall zu einer – wenn auch zunächst nicht merklichen – Schädigung. Bei konstanten Konzentrationen ist es nur eine Frage der Zeit, bis eine wahrnehmbare Schädigung auftritt.
  • Nicht bei allen Elektrogeräten wird sich ein Austausch durch neuere effizientere Geräte klimatechnisch rentieren. Manche Geräte (wie z.B. Laptops) würden dafür - trotz eines geringeren Verbrauchs -  viel zu lange benötigen.
  • Energie-sparen-im-Haushalt-Energiespartipps-einfache-Sprache-VZ-NRW.pdf (verbraucherzentrale.nrw) 

Heizen/kühlen und lüften

  • Stoßlüften ist deutlich effizienter als das Lüften mit gekippten Fenstern.  Beim Kreuzlüften mit weit geöffneten Fenstern reichen ca. 5 min lüften schon aus.
  • Man sollte im Sommer nur abends lüften, da warme Luft trägt viel Feuchtigkeit trägt.
  • Beheizen Sie Ihre Räume zwischen 18 und 20° C.
  • Die Heizung sollte regelmäßig überprüft werden - am besten vor Beginn der Heizperiode.
  • Unbeheizte Räume sollte man vermeiden, da diese ansonsten passiv mitbeheizt werden.
  • Nachts geht über das Fenster viel Wärme verloren, schließen Sie daher möglichst die Rolläden.
  • Zimmerpflanzen können die Raumluft durch Transpiration kühlen.
  • Eine gesunde Dach- und Fassadenbegrünung kann große Mengen Wärme im Sommer abhalten. 

Ökostrom

  • Durch Wechsel zu einem Ökostromanbieter tut man dem Klima und ggf. auch dem Geldbeutel etwas Gutes.
  • Beim Energieverbraucherportal kann man Stromanbieter aus der Region vergleichen - auch in Bezug auf ihre Umweltverträglichkeit.

Weiterführende Links zum Thema Strom

E-Autos

E-Autos sind kein echter Klimaschutz! Das Problem mit E-Autos ist, dass es immer noch Autos sind. Die Treibhausgas-Emissionen eines Autos kommen bei Weitem nicht alle aus dem Auspuff. Ein großer Teil der Emissionen wird bei der Herstellung des Fahrzeugs verursacht (bei E-Autos ist dieser Teil sogar noch größer). Ein weiterer Teil der Emissionen geht vom Straßenbau aus. Durch das höhere Gewicht der E-Autos werden auch die Emissionen des Straßenbaus steigen (Vier-Potenz-Gesetz). Stellt man dieser Erhöhung an Emissionen die Einsparungen durch die Elektrifizierung des PKW-Verkehrs gegenüber (die Emissionen der Ladeinfrastruktur habe ich in diesem Fall dem Straßenbau zugerechnet) so stellt sich zwar raus, dass ich Energie eingespart habe  - jedoch bei Weitem nicht in ausreichenden Maße.

Fahren Sie lieber Ihr altes Auto bis „zum bitteren Ende“. Kaufen Sie – wenn Sie auf ein Fahrzeug angewiesen sind - einen Gebrauchtwagen. Steigen Sie - zumindest für manche Strecken - auf ein (E-) Fahrrad oder ein Motorrad um. Auch für kleinere Strecken kann sich die Anschaffung eines Pedelecs bei den momentanen Spritpreisen sehr schnell (wirtschaftlich) rentieren. Angenehmer Nebeneffekt: Sie tun gleichzeitig etwas für Ihre Gesundheit!

Das Fahren mit dem Zug hat energetisch vielen Vorteile.
Zunächst muss ein Zug keinen Akku transportieren, denn der Zug ist über einen Anschluss mit dem Stromnetz verbunden. Dadurch nutzt der Zug alle Vorteile der Elektromobilität – ohne den Nachteil des Transports eines schweren Akkus. Auch bezüglich des Wartungsaufwandes ist die Schiene dem Straßenverkehr weit voraus, denn Schienen haben einen viel geringeren Verschleiß als Straßen. Zudem benötigen sie deutlich weniger Fläche als der Straßenbau.